Brasilien
Das Colégio Visconde de Porto Seguro in São Paulo ist eine der der größten Schulen der Welt. Allein die Unidade I besuchen 5000 Schüler. Nicht nur an dieser Schule, sondern auch an zwei Zweigschulen lernen insgesamt über 10000 Schüler Deutsch als Fremdsprache ab der 3. Klasse.
Etwa 70 Schüler der Klassen 9 bis 11 fliegen jedes Jahr für sieben Wochen nach Deutschland an etwa ein Dutzend Schulen. Wir sind eine davon. Einige Schüler unserer Jahrgangsstufe 11 nehmen nach intensiver Vorbereitung an diesem Austausch der besonderen Art teil.
Informationen erteilt Frau Canisius.
Bericht unserer Gastschülerinnen aus Sao Paulo: Renata Campos, Fernanda Joao und Roberta Matheus
Wir schreiben diesen Text, um zu sagen, wie sehr uns Deutschland gefällt; am besten gefällt uns Nottuln!
Seit
wir hier sind, ist unser Leben total anders... Unsere Gastfamilien,
Familie Wessel, Ratering und Storp sind immer sehr höflich, freundlich,
besorgt, und geduldig. Bei unseren Familien haben wir immer alles, was
wir brauchen. Deshalb war es einfach, sich an die Familien zu gewöhnen.
Unsere Austauschpartnerinnen passen sehr gut zu uns.
Das Gymnasium
hat uns auch sehr gefallen, weil der Unterricht neues Wissen bringt. Die
Schule ist auch sehr schön, der Schulhof ist sehr groß und
wahrscheinlich ist er im Sommer schöner. Jetzt ist es so kalt. In der
Schule gibt es einen Raum, in dem die Schüler in den kleinen Pausen
zwischen dem Unterricht bleiben können. Wir finden diesen Raum super,
weil wir uns dort mit den anderen Schülern unterhalten können. Und es
gibt auch eine Maschine, die Kaffee, Kakao und Suppe macht. Die Lehrer
waren immer sehr nett. Sie und die Schüler haben sich mit uns
unterhalten. Sie haben uns nach Brasilien gefragt und so weiter. Obwohl
wir früh zur Schule fahren, was ein bisschen anstrengend ist, haben wir
immer Lust zu fahren. Ein andere Sache, die anders als Brasilien ist,
ist ,dass wir mit dem Fahrrad zur Schule fahren können.
Jetzt werden
wir ein bisschen über Nottuln erzählen. Die Stadt Nottuln hat uns sehr
gut gefallen, weil sie sehr klein und ruhig ist. Das ist der größte
Unterschied zu Sao Paulo. Das Zentrum ist auch schön, es gibt eine
kleine Bar, die Sculptura heißt und eine schöne Kirche. Hier in Nottuln
brauchen wir nie das Auto zu benutzen, wenn wir Freunde besuchen. Und
die Stadt ist nicht gefährlich und auch sehr sauber.
Und wir werden
nicht unsere Abende in Nottuln und in Münster vergessen. Es ist immer
sehr lustig und wir haben viel Spaß. In Nottuln sind die Partys anders,
aber auch sehr gut . =) Und wir freuen uns sehr auf das Wochenende.
Während
unseres Aufenthaltes haben wir viele Reisen gemacht. Zum Beispiel waren
wir ein Wochenende in Paris, aber es war nicht mit der Schule. Dieses
Wochenende war sehr lustig, schön, aber ein bisschen anstrengend. Ein
andere Reise war nach Berlin. Dort sind wir 5 Tage geblieben. Bei dieser
Reise haben wir ein bisschen über die Geschichte der Stadt gelernt und
auch viel Spaß gehabt. Und die letzte Reise war nach Mayerhofen, es war
sehr gut. Wir sind jeden Tag Ski gefahren, unsere Lehrer waren super.
Aber das schönste an Mayerhofen war der Ausblick.
Zum Schluss möchten wir sagen, dass alles unvergesslich war. Wir werden alles vermissen!
WIR LIEBEN NOTTULN!!!!!!!
P.S : Wir hoffen, dass Saskia, Vera und Jens auch viel Spaß bei uns in Brasilien haben werden.

Bericht aus: Westfälische Nachrichten vom 28.01. 2008
"Die Luft ist in Nottuln besser"
Der vierte Austausch: Schülerinnen aus Sao Paulo zu Gast am Gymnasium
"Die
Menschen sind hier anders", sind sich Renata Campos, Fernanda Joao und
Roberta Matheus einig. Und das meinen die 17-jährigen Brasilianerinnen
positiv. Mehr Respekt, Pünktlichkeit und mehr Organisation ist ihnen im
Vergleich zu ihrem Heimatland aufgefallen.
Seit dem 28. Dezember sind
die drei Austauschschülerinnen vom Colégio Porto Seguro III in Sao
Paulo zu Gast in den Familien der Nottulner Gymnasiasten Jens Ratering,
Vera Storp und Saskia Wessel aus der Jahrgangsstufe 12. Betreut werden
sie hier auch von Lehrerin Dorle Canisius und Referendarin Daniela
Müller.Für drei Tage besuchte sie jetzt auch ihre Lehrerin PatrÃcia
Rasche.
"In Nottuln können wir Rad fahren, der Verkehr ist nicht
gefährlich und nicht so laut, und die Luft ist besser", gefällt den
jungen Großstädterinnen an der Landgemeinde Nottuln. Auch Münster sei
schön, besonders zum Einkaufen, finden die Drei. Kurztrips nach Paris
und Berlin hatten sie auch schon auf dem Besuchsprogramm, das ihnen
neben dem Unterrichtsbesuch am Gymnasium Nottuln so einiges zu bieten
hat.
Nette Kontakte hätten sie in den letzten Wochen zu einigen
Jugendlichen geknüpft, erzählen die drei Brasilianerinnen. Das bereitet
ihnen keine Probleme, weil sie bereits seit acht Jahren Deutsh lernen.
"Und wie sind die Jungen?", schmunzelt Lehrerin Dorle Canisius. "Auch
sehr sympathisch, aber sehr groß", grinsen die nicht ganz so groß
gewachsenen Mädchen.
Für eine Woche werden sie jetzt alllerdings mit
etwas kleineren, aber auch jüngeren Jugendlichen zusammen sein.Vom 26.
Januar bis zum 2.Februar nehmen sie am Ski-Kompaktkurs der
Jahrgangsstufe 8 in Mayrhofen teil. Und am 13. Februar heißt es dann
Abschied nehmen von ihren Gastschülern, aber nur bis zum 15. Juni.Dann
fliegen die drei jungen Nottulner zum Gegenbesuch nach Sao Paulo.

Referendarin Daniela Müller (l.) und die brasilianische Lehrerin Patricia Rasche (r.) haben die Austauschschülerinnen Roberta Matheus, Renata Campos und Fernanda Joao (v.l.) in die Mitte genommen. Foto: Marita Strothe-Garus
Immer wieder gerne!
Eine unvergessliche
Zeit liegt hinter uns: Zwei Monate lang konnten wir, Vera Storp, Jens
Ratering und Saskia Wessel, das Leben in dem aufregenden und
faszinierenden Brasilien hautnah miterleben. Nach dem Besuch unserer
Austauschpartnerinnen im Januar und Februar 2008 flogen wir über die
Sommerferien nach São Paulo zu unseren Gastfamilien und unserer
Gastschule, dem Colégio Visconde de Porto Seguro. Dort erwartete uns
ein abwechslungsreiches Programm.
Zu Beginn reisten wir drei mit
einer Gruppe von 23 anderen deutschen Austauschschülern für eine Woche
in die Bundesstaaten Minas Gerais und Rio de Janeiro. In Ouro Preto,
einer alten Goldgräberstadt, besichtigten wir eine Edelsteinmine und
eine Kaffeeplantage. In der Weltmetropole Rio de Janeiro verbrachten wir
schöne Stunden an der Copacabana und genossen einen einzigartigen
Sonnenuntergang auf dem Zuckerhut.
Eine weitere Fahrt, die das
Colégio für die deutschen Austauschschüler organisiert hatte, ging nach
Foz de Iguazu, den größten Wasserfällen der Welt im Süden Brasiliens.
Mit von der Partie war dieses Mal Daniela Müller, Referendarin an
unserem Gymnasium, die zwei Wochen lang am Schulleben und am Programm
der brasilianischen Gastschule teilnahm. Die Reise nach Foz de Iguazu
bot uns auch die Möglichkeit, einen kurzen Abstecher nach Argentinien
und Paraguay zu machen.
Ein weiterer Programmpunkt während unseres
Aufenthaltes in São Paulo war der Besuch der sozialen Einrichtung âÄžSanta
FéâÄœ, die in einer Favela liegt und sich vor allem um minderjährige
Mädchen, die auf der Straße leben, kümmert. Dieses Projekt unterstützten
wir mit einer kleinen Geldspende, an der sich auch Firmen aus Nottuln
beteiligt hatten.
Bei diesem Besuch wurde uns deutlich, wie groß die
sozialen Unterschiede in Brasilien sind. Während wir mit unseren
Gastfamilien in einer sehr schönen Wohnung in einem Hochhaus oder in
einem großzügigen Privathaus wohnten, lebt der größte Teil der Bewohner
São Paulos in Favelas. Hier gibt es keinen Strom und kein vernünftiges
Abwassersystem, sodass die hygienischen Verhältnisse katastrophal sind.
Die wenigsten Kinder einer Favela gehen in eine Schule; eine Chance auf
Bildung und damit auf einen sozialen Aufstieg haben sie nicht. Die Armut
der dort lebenden Menschen war für uns erschreckend groß und unserer
Meinung nach nicht zu vergleichen mit den sozialen Problemen, wie wir
sie aus Deutschland kennen.
Unsere Gastschüler haben das Glück, auf
eine Privatschule, das Colégio Visconde de Porto Seguro, gehen zu
können. Dort machen sie ihr Abitur, das sie für das anschließende
Studium brauchen. Die öffentlichen Schulen, auf die diejenigen Schüler
gehen, deren Eltern sich keine private Schule leisten können, haben ein
sehr geringes Bildungsniveau. Fast niemand macht dort den
Schulabschluss, weil die Schüler schon früh anfangen müssen, irgendwo zu
arbeiten, um ihre Familie finanziell zu unterstützen. Daher haben sie
keine Zeit, zur Schule zu gehen.
Die Zeit zwischen unseren beiden
großen Fahrten und den Exkursionen in die nähere Umgebung konnten wir
drei gemeinsam mit unserer Gastfamilie gestalten. Bei herrlichem Wetter
verbrachten wir unsere Tage in São Paulo und an einigen Traumstränden
Brasiliens. Besonders beeindruckt waren wir von der Vielfalt, die uns
dieses Land mit seiner einzigartigen Natur und seinen sympathischen
Bewohnern bot. Die Menschen in diesem Land haben uns einfach begeistert!
Auch wenn unsere Gasteltern gar kein Deutsch oder auch nur gebrochen
Englisch sprachen, konnten wir uns mit Händen und Füßen verständigen.
Aufgrund ihrer freundlichen und herzlichen Offenheit haben wir uns bei
ihnen sofort wohl gefühlt. Wir konnten Freundschaften fürs Leben
schließen und der Besuch einiger unserer brasilianischen Freunde im
nächsten Sommer ist schon in Planung.
Die einzigartigen Erfahrungen,
die wir drei in Brasilien haben machen dürfen, würden wir gerne
jederzeit wiederholen. Daher empfehlen wir jedem, der sich für die
Kultur und die Bewohner anderer Länder interessiert, an dem Austausch
mit unserer Partnerschule in São Paulo teilzunehmen.
Vera Storp, Jens Ratering, Saskia Wessel


Hier ist alles so klein…
Brasilianische Austauschschüler am Gymnasium Nottuln
Von Sabine Damhorst
Seit Ende Dezember 2008 und bis Mitte Februar 2009 haben die Schüler des Gymnasiums Nottuln Gäste aus Brasilien. Im Rahmen des 6. Schüleraustausches mit dem Colégio Porto Seguro in São Paulo nehmen Guilherme Cortez Luz, Frederico Schmalz Cardillo und Laura Klein Toledo Silva täglich am Unterricht und an einem attraktiven Programm (mit Berlinfahrt und Skikompaktkurs) teil. Die Lehrerinnen Dorle Canisius und Diva Pizelli betreuen den Austausch.
„Deutsch könnte für das Berufliche mal wichtig werden.“
(Laura Klein Toledo Silva)
Seit sieben Jahren lernen die Schüler aus Brasilien Deutsch, Frederico hat es bereits als kleiner Junge bei seiner Mutter gelernt und kann auch Kinderlieder singen: „Hopp, hopp, hopp – Pferdchen lauf Galopp“, stimmt er an.
Sprachen finden die drei Jugendlichen sehr wichtig: Spanisch, Englisch, Portugiesisch und das Pflichtfach Deutsch haben sie im Colégio auf dem Stundenplan, Frederico hat italienische Vorfahren und spricht deshalb auch noch Italienisch. „Deutsch könnte für das Berufliche mal wichtig werden“, sagt Laura. Aber auch in Rechensachen können die drei mühelos mithalten, in ihrer Heimat dürfen sie allerdings, anders als hier, im Unterricht keinen Taschenrechner benutzen.
Was beeindruckt die jungen Gäste an Deutschland am meisten? „Die Sicherheit im Straßenverkehr und dass man überall gefahrlos unterwegs sein kann“, erzählt Guilherme. „Alles ist so klein und selbst Berlin ist wie ein Dorf“, findet er. Kein Wunder, denn São Paulo ist das größte Ballungszentrum, der „Motor“ Lateinamerikas.
Frederico war am meisten vom Besuch des Stasi-Gefängnisses in Berlin beeindruckt. Dort erzählte ein traumatisierter Zeitzeuge den Jugendlichen ein Stück lebendige Geschichte.
Als die drei Brasilianer mit ihren Gastgebern Timo Bertels, Sarah Griebel und Sabrina Höning ihre Eindrücke und Vorurteile mittels einer Zeichnung über die jeweilige Heimat des Austauschpartners darstellten, traten die Unterschiede in Lebensweise und Alltag deutlich hervor: Die Deutschen sind zwar zunächst zurückhaltend, aber nicht so ernst wie von den Gästen befürchtet. Auf jeder Zeichnung deutete eine Uhr auf die deutsche Pünktlichkeit hin, und Müll auf den Straßen ist hier nicht vorstellbar. Guilherme berichtete, dass er zuhause die Wochenenden regelmäßig am circa 100 Kilometer entfernten Strand verbringe, während Frederico hier einfach in der Landschaft joggen kann, statt ins Sportstudio zu gehen. Sabrina erfuhr, dass man sich in Brasilien nicht so einseitig ernährt, wie sie dachte.
Bald werden die jetzigen Gastgeber weitere Unterschiede erleben, wenn sie im Austausch São Paulo entdecken. Und darauf freuen sich Sabrina, Sarah und Timo bereits.
Aus: Westfälische Nachrichten, 30.1.2009

Brasilien, wir kommen wieder!
Drei Austauschschüler des Nottulner Gymnasiums in Sao Paulo
Nottuln.
Drei Schüler des Gymnasiums Nottuln haben in diesem Jahr am Austausch
mit Brasilien teilgenommen. Sarah Griebel berichtet über die
Erfahrungen, die sie, Sabrina Höning und Timo Bertels dort gemacht
haben:
"Wie schnell 7 Wochen nur vergehen können! In den Sommerferien
sind wir im Rahmen des Austausches des Gymnasiums Nottuln mit dem
Colegio Visconde de Porto Seguro nach Sao Paulo zu unseren
Austauschpartnern, die uns am Anfang diesen Jahres für knapp zwei Monate
besucht hatten, geflogen. Bei unseren brasilianischen Partnern
erwartete uns ein abwechslungsreiches, abenteuerliches Programm.
Gerade
gelandet, ging es zwei Tage später auch schon auf die erste Rundreise
in die Bundesstaaten Minas Gerais und Rio de Janeiro. Mit 42 weiteren
deutschen Austauschschülern besichtigten wir die Städte Tiradentes und
Ouro Preto, eine alte Goldgräberstadt, und lernten eine Menge über die
Kultur Brasiliens. Voller Vorfreude fuhren wir dann weiter nach Rio de
Janeiro. Trotz des wechselhaften Wetters verbrachten wir schöne Stunden
an der Copacabana und genossen den Ausblick vom Zuckerhut und vom
Corcovado.
Unsere zweite Fahrt führte uns in den Norden Brasiliens.
In Caldas Novas lernten wir die heißen Quellen Brasiliens kennen. Dann
ging es weiter in die Hauptstadt Brasilia. Dort besichtigten wir unter
anderem den Nationalkongress.
Zurück in Sao Paulo stand - neben
einigen Stunden in der Schule - ein Besuch des Sozialprojektes ,,Santa
Fe``, einer Einrichtung für Straßenkinder, auf dem Programm. Wir
unterstützten das Projekt mit einer kleinen Geldspende, an der sich auch
einige Nottulner Geschäfte beteiligt hatten. Beim Gang durch diese
Einrichtung waren wir drei uns direkt einig: Hier ist das Geld sehr gut
angelegt! Uns wurde bewusst, wie dringend viele Menschen in Brasilien
Unterstützung benötigen.
In den Favelas, in denen der größte Teil der
Bevölkerung Sao Paulos lebt, fehlt es u.a. an hygienischen
Einrichtungen und an fließendem Wasser. Die vielen Kinder, die hier
leben, haben nur sehr geringe Chancen auf eine Ausbildung in einer
Schule und sind oft ihrem Schicksal überlassen. Alles nicht zu
vergleichen mit den uns in Deutschland bekannten sozialen Problemen.
Die
Zeit in Sao Paulo selbst konnten wir frei mit unseren Gastfamilien
gestalten. Aufgrund der Herzlichkeit der Brasilianer fiel es uns nicht
schwer, schnell Kontakt zu knüpfen und uns in unsere Familien
einzuleben. Wir waren viel unterwegs, machten Urlaub am Strand und und
fühlten uns manchmal ein bisschen wie in der Karibik. Die vielfältige,
üppige Natur und Freundlichkeit der Menschen beeindruckten uns.
In
diesen schönen Wochen schlossen wir Freundschaften fürs Leben. Wir
werden diese wundervolle Zeit immer in unseren Herzen behalten!"
Aus: Westfälische Nachrichten, 29.08.2009

Sabrina Höning, Timo Bertels und Sarah Griebel (v.l.) waren natürlich auch auf dem berühmten Zuckerhut.

Die drei Nottulner besuchten unter anderem auch das Sozialprojekt "Santa Fe".
Gymnasium Nottuln freut sich über Gäste aus Brasilien
Sie haben Namen wie Musiktitel: Thomaz Giani Oliva Modenesi Barbosa, Giulianna Nogueira Terra Mandolesi, Ana Claudia Rodrigues Miguel und Tais Guimarães – die vier Austauschschüler aus Brasilien, die zurzeit das Nottulner Gymnasium besuchen. Gemeinsam mit ihrer Lehrerin Rita Hinnebusch und unter Leitung von Dorle Canisius besuchen sie bis Mitte Februar den Unterricht der Jahrgangsstufe 11.
Die Gäste aus dem Colegio Visconde de Porto Seguro in Valinhos, nahe São Paulo, sprechen schon ganz gut die Sprache ihrer Mitschüler Jasper Griepenburg, Viktoria Ingwald, Hanne Knops und Maren Steiert, bei denen sie auch wohnen. Ihre deutschen Klassenkameraden fliegen dann in den Sommerferien für sieben Wochen nach Brasilien. Zuvor aber steht ihnen allen ein umfangreiches Besichtigungsprogramm bevor. Dazu gehören auch eine Münster-Tour und ein Berlin-Besuch. Doch schon jetzt freuen sie sich auf den gemeinsamen Skiurlaub vom 30. Januar bis 6. Februar im Tiroler Ort Mayrhofen. Gerade für die jungen Brasilianer, die zuvor Schnee nur aus Filmen oder von Fotos kannten, bietet das verschneite Nottuln eine hübsche Einführung in die Freuden des Wintersports.
Aus: Westfälische Nachrichten, 15.01.2010 (Dieter Klein)

Foto: Dieter Klein
Treffen in der Schulbibliothek: die brasilianischen Austauschschüler mit ihren deutschen Gastgebern und den Lehrerinnen Dorle Canisius und Rita Hinnebsuch
„Wunderbare Menschen und ein sehr schönes Land kennen gelernt“
Nottuln. Den Sommer haben vier Schüler und Schülerinnen des Nottulner Gymnasiums zu einem Besuch bei der brasilianischen Partnerschule Colegio Visconde de Porto Seguro in Valinhos in der Nähe von Sao Paulo genutzt. Viktoria Ingwald, Hanne Knops, Jasper Griepenburg und Maren Steiert erwiderten damit den Besuch von vier brasilianischen Schülern, die Anfang des Jahres sieben Wochen lang in Nottuln waren. Um viele Erlebnisse reicher, kehrte das Quartett nun rechtzeitig zu Schulbeginn nach Deutschland zurück. In einem ausführlichen Reisebericht schildert Maren Steiert die vielen Erlebnisse der vier jungen Nottulner.
Darin heißt es unter anderem:
In Sao Paulo angekommen, wurden wir von unseren Gastfamilien mit einem herzlichen „Bem vindo“ willkommen geheißen. Wir genossen die ersten drei Ferienwochen mit unseren neuen Familien, die uns das Leben in Brasilien und die brasilianische Kultur näher brachten. Wir lernten ein großartiges Land kennen! Reisen nach Brasilia, Recife oder an einen der schönen Traumstrände Brasiliens fanden in dieser Zeit statt, und wir trafen viele nette und offene Brasilianer. Mit der Kommunikation in unseren Gastfamilien machten wir sehr positive Erfahrungen, weil viele gut bis sehr gut Englisch sprachen. Nur in einzelnen Fällen mussten wir unsere wenigen Kenntnisse in Portugiesisch erweitern oder uns mit Händen und Füßen verständigen. Das war sehr amüsant!
Als die brasilianischen Ferien zu Ende waren, machten wir von der Porto Seguro aus mit 40 weiteren deutschen Jugendlichen zwei längere Fahrten, auf denen eine tolle Gemeinschaft zwischen uns entstand. Zuerst ging es zu den größten Wasserfällen der Welt in den Süden Brasiliens: nach Foz do Iguacu. An einem anderen Tag besuchten wir Paraguay, wo das Angebot an gefälschten Rolex-Uhren, Ray-Ban-Sonnenbrillen oder Calvin-Klein-T-Shirts riesig war.
In der darauf folgenden Woche machten wir uns auf nach Rio de Janeiro! Auf dem Weg dorthin machten wir in einigen Städtchen und Dörfern im Bundesstaat Minas Gerais halt. Unsere erste Nacht verbrachten wir z. B. in Tiradentes, einem kleinen Örtchen mitten im Nichts. Schließlich konnten wir in der Metropole Rio de Janeiro die Copacabana hinunterschlendern und vom Zuckerhut aus einen wunderbaren und unvergesslichen Sonnenuntergang erleben.
In unserer leider schon letzten Woche besuchten wir unsere Gastschule und unternahmen einige Tagesausflüge. So fuhren wir auch zu dem Sozialprojekt CPTI, einer Einrichtung in Campinas, in der Kinder aus den Favelas und Kinder, die auf der Straße leben, etwas zu essen bekommen. Auch werden ihnen hier verschiedene Spiele und Sportarten angeboten. Darüber hinaus gibt es eine gewisse Anzahl an Hilfskräften, die den Kindern z. B. bei ihren Hausaufgaben helfen oder ihnen Dinge, die sie in der Schule nicht verstanden haben, erklären. Zur Aus- und Weiterbildung steht den Betroffenen eine großzügig eingerichtete Bibliothek zur Verfügung.
Wir spendeten Geld und übergaben kleine Geschenke wie Kugelschreiber, Erste-Hilfe–Packs oder Fußbälle, die wir vor unserer Reise von verschiedenen Nottulner Einrichtungen und Geschäften erhalten hatten. Es war schön zu sehen, wie sich die Kinder über unsere Geschenke freuten. Natürlich spielten wir mit ihnen Fußball und lernten uns dabei etwas näher kennen.
Einige Tage verbrachten wir auch in unserer Partnerschule. Es war sehr interessant zu sehen, wie die Schüler in Brasilien unterrichtet werden. Da sich unsere Portugiesischkenntnisse aber leider auf „Hallo“, Wie geht’s?“ und „Danke“ beschränken, sind wir in den deutschen Zweig der Schule gegangen. Hier lernen die Kleinen schon im Kindergarten, also mit 2 bis 3 Jahren, Deutsch, und in der Oberstufe gibt es fast jedes Jahr eine Klasse, die erfolgreich das deutsche Abitur besteht.
Die letzten acht Wochen waren für uns eine unbeschreiblich schöne Zeit mit vielen, neuen Eindrücken, Erfahrungen und Erlebnissen. Wir haben wunderbare Menschen und ein sehr schönes Land kennen gelernt. Und wir sind ganz sicher: Wir werden unsere brasilianischen Freunde bald wiedersehen, entweder hier in Nottuln oder aber in Valinhos oder Sao Paulo!“
Westfälische Nachrichten 4.9.2010






